24.12.2011: Ansprache von Bürgermeister Dr. Josef Korsten
anlässlich des Weihnachtssingens auf dem Marktplatz an Heiligabend
Liebe Besucherinnen und Besucher unseres traditionellen Weihnachtssingens,
ich freue mich, Sie auch in diesem Jahr wieder hier auf dem Marktplatz begrüßen zu können. Ich hoffe, Sie alle haben im Kreise Ihrer Familien oder mit Freunden bereits einen schönen Heiligen Abend verlebt. Dass wir uns am Ende dieses Tages hier mitten im Herzen der Stadt treffen, zeugt von einem besonderen Bedürfnis nach Gemeinschaft, das wir gerade in solchen Zeiten wie Weihnachten empfinden.
Auch in diesem Jahr steht im Mittelpunkt unseres Zusammenseins das weihnachtliche Musizieren. Wie immer wird das Bühnenprogramm gestaltet vom Radevormwalder Männerchor und dem Posaunenchor der Martini-Gemeinde. Ich möchte mich sicherlich im Namen aller, die hier heute versammelt sind, bei allen Mitwirkenden ganz herzlich bedanken.
Wie kommt es eigentlich, meine Damen, und Herren, dass an einem solchen Tag zu so später Stunde noch so viele Menschen hier zusammenfinden? Ich glaube, es hat etwas zu tun, mit dem Bedürfnis, besondere Tage und Situationen in Gemeinschaft zu erleben. Wir brauchen gerade an solchen Tagen die Bestätigung, dass wir nicht alleine sind mit unseren Gedanken und Gefühlen und mit unserem Glauben. Wir brauchen die Bestätigung, dass wir Teil einer Gemeinschaft sind. Und wie könnte man dieses Gefühl besser erleben, als bei gemeinsamem weihnachtlichen Musizieren mitten im Herzen unserer Stadt ?
Ein Fest wie Weihnachten gibt uns auch die Gelegenheit, einmal ein wenig durchzuatmen, ein wenig abzuschalten von der Hektik des Alltags. Wir können zurück blicken auf ein Jahr, das sicherlich für jeden von uns eine ganz unterschiedliche Bilanz bringt. Im großen Geschehen dieser Welt gibt es sicherlich manchen Anlass, in das neue Jahr mit Sorge zu schauen. Stichworte wie: Schuldenkrise, Euro-Krise, Naturkatastrophen, atomare Katastrophen oder rechtsradikal motivierte Morde haben die Schlagzeilen dieses Jahres beherrscht. Dagegen sind auch viele positive Entwicklungen ein wenig untergegangen. So haben wir z.B. in diesem Jahr in unserem Land - aber besonders auch in unserer Stadt Radevormwald – ein weiteres Zurückgehen der Arbeitslosenzahlen mit Freude zur Kenntnis nehmen können. Und ist es nicht so, dass wir hier an die wirkliche Betroffenheit von Menschen gelangen, die viel konkreter und persönlicher ist, als manches, was uns jeden Abend in den Nachrichtensendungen präsentiert wird ?
Interessant ist ja, dass trotz aller Krisenszenarien eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Meinungsumfragen betont, dass es für sie persönlich ein gutes Jahr war. Und dass trotz aller sorgenvollen Ausblicke in die Zukunft ebenso eine Mehrheit der Bürger daran glaubt, dass auch das kommende Jahr für sie persönlich ein erfolgreiches, ein glückliches Jahr sein wird.
Nun wird jeder seine eigene persönliche Bilanz ziehen und diese fällt naturgemäß sehr unterschiedlich aus. Aber an einem Abend wie diesem sollten wir die schönen Dinge, die wir erleben durften, in unser Gedächtnis und unser Herz rufen. Und haben wir nicht auch in vielen Fällen Grund zur Dankbarkeit ? Ich denke z.B. an das großartige Engagement, das viele Menschen in unserer Stadt ehrenamtlich leisten, ohne nach großer Anerkennung zu fragen. Ich denke an die, die in unseren Organisationen und Vereinen ihre Freizeit damit verbringen, unsere Stadt Radevormwald weiter liebens- und lebenswert zu entwickeln. Ich denke aber auch an jene, die im Verborgenen arbeiten; die sich um Kranke, Alte und Pflegebedürftige kümmern. Oder an jene, die ihr besonderes Engagement in die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen stecken. Wir haben in unserer Stadt ein gewaltiges Potential von Menschen, denen es Freude macht, sich für andere Menschen zu engagieren. Gerade an einem Abend wie diesem sollten wir hier Dankbarkeit und Respekt zollen.
Und wir in Radevormwald haben durchaus auch Grund, optimistisch in das nächste Jahr zu schauen. Hier in unserer Stadt bewegt sich viel und der heutige Abend ist ein schönes Symbol dafür. Nicht nur, dass hier so viele Menschen kurz vor Mitternacht zusammen kommen, um Gemeinschaft zu erleben, ist bemerkenswert und in weitem Umfeld wohl einzigartig. Wir stehen heute auf der Eisbahn, die fünf Wochen lang ein großartiges Angebot, vor allem für Kinder und Jugendliche, aber auch viele Erwachsene in unserer Stadt bietet. Auch diese Eisbahn ist das Ergebnis des Engagements vieler Menschen, die sich für Radevormwald einsetzen. Sie wurde ausschließlich aus Spenden von Radevormwalder Bürgern und Unternehmen finanziert. Auch dies ist ein gutes Beispiel, dass es ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl in unserer Stadt gibt. Und dieses ist die Basis, auf die wir unsere Stadt weiter entwickeln und bauen können. Und dies ist der Grund, warum wir mit Optimismus ins nächste Jahr schauen dürfen.
Ich wünsche Ihnen allen, die heute abend hier zum Marktplatz gekommen sind, ein frohes und friedliches Weihnachtsfest. Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Geist dieser Heiligen Nacht mit in die nächsten Tage und vielleicht auch ein Stück davon mit ins neue Jahr nehmen können. Ich wünsche Ihnen für 2012 viel persönliches Glück. Unserer Stadt Radevormwald wünsche ich, dass wir auch im nächsten Jahr die vor uns liegenden Aufgaben gemeinsam angehen, in dem Geiste, der uns heute abend hier zusammen gebracht hat.
Der heutige Abend zeigt mir wieder einmal: Wir haben in Radevormwald guten Grund, ein bisschen mehr Selbstbewusstsein und vielleicht auch ein wenig Stolz zu zeigen. Wir sind eine tolle Stadt mit vielen liebenswerten Menschen. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr.